Karl-Klima – Handbuch
Willkommen bei Karl-Klima. Mit dieser Anwendung überwachen Sie das Raumklima in Ihren Gebäuden: Temperatur, Luftfeuchte und CO₂. Sensoren senden ihre Messwerte selbstständig, Karl-Klima zeigt sie als Ampel je Gebäude an und meldet sich, wenn Grenzwerte überschritten werden. Dieses Handbuch führt Sie von der Anmeldung bis zum eigenen Sensor.
#Anmelden
- Öffnen Sie die Anwendung in Ihrem Browser.
- Melden Sie sich mit Ihrem gewohnten Zugang an (zentrale Anmeldung über Karl-SSO).
- Nach dem Anmelden landen Sie auf dem Dashboard.
#Überblick
Oben auf dem Dashboard sehen Sie fünf Kennzahlen: Gebäude, Sensoren, Kritische Alarme, Warnungen und Offline. Darunter steht jedes Gebäude als Karte mit seiner aktuellen Ampel.
◐ „Offline" bedeutet: Ein Sensor hat sich längere Zeit nicht gemeldet (voreingestellt drei Stunden). Meist ist die Stromversorgung oder das WLAN die Ursache.
Ein Klick auf eine Gebäudekarte öffnet die Detailansicht mit dem Verlauf der Messwerte.
Zeitleiste im Detail
In der Gebäudeansicht wählen Sie den Zeitraum: 3 Stunden, 24 Stunden, 48 Stunden, 7 Tage, 30 Tage, 6 Monate oder 1 Jahr. Die Auflösung passt sich automatisch an – bis hinunter auf eine Minute (bei 24 Stunden), sonst 5 oder 15 Minuten, Stunden oder Tage; sie steht rechts über den Kurven.
- Maus über der Kurve zeigt Zeitpunkt, Mittelwert, Minimum, Maximum und die Zahl der Messwerte im Intervall.
- Das helle Band um die Linie ist der Bereich zwischen Minimum und Maximum je Intervall.
- Ziehen mit gedrückter Maustaste über einen Bereich zoomt hinein; „Zoom aufheben“ führt zurück.
- CSV neben jeder Kurve lädt genau den sichtbaren Ausschnitt als Tabelle (für Excel).
- Gestrichelte Linien sind Ihre Warn- und Kritisch-Grenzen.
Neben Temperatur, Luftfeuchte und CO₂ sehen Sie – sobald ein Sensor Temperatur und Feuchte liefert – drei berechnete Kennwerte: Taupunkt, Taupunkt-Abstand (Kondensat-/Schimmelrisiko an kalten Wänden, kritisch unter 1,5 K) und Temperaturänderung in Kelvin je Stunde (wichtig für Kirchen und Orgeln).
#Die Ampel verstehen
Jeder Messwert wird gegen Ihre Grenzwerte geprüft:
- Grün – der Wert liegt im gewünschten Bereich.
- Gelb – Warnung, bitte im Auge behalten.
- Rot – kritisch, hier sollten Sie handeln.
Ein Gebäude zeigt immer den schlechtesten Zustand seiner Sensoren. Ist ein einziger Wert rot, ist die Gebäudekarte rot.
#Alarme
Unter Alarme sehen Sie alle offenen Meldungen mit Gebäude, Sensor, Messgröße und Zeitpunkt – darunter den Verlauf der bereits geschlossenen Alarme. Ein Alarm schließt sich von selbst, sobald der Wert wieder im grünen Bereich liegt.
#Sensoren anlegen
Unter Sensoren verwalten Sie Ihre Messgeräte.
- Öffnen Sie Sensoren.
- Tragen Sie oben einen Namen ein (zum Beispiel „Kirchenschiff Nord").
- Wählen Sie das Gebäude und den Übertragungsweg (HTTP oder MQTT).
- Speichern Sie. Karl-Klima erzeugt automatisch einen Geräte-Schlüssel (beginnt mit
kk_).
Der Geräte-Schlüssel ist das Kennwort des Sensors: Er ordnet die Messwerte Ihrer Firma und genau diesem Sensor zu. Geben Sie ihn nicht weiter – fremde Schlüssel liefern keine Daten in Ihren Bestand.
#Grenzwerte festlegen
Unter Grenzwerte bestimmen Sie, ab wann gelb und ab wann rot gilt – je Messgröße und je Gebäudetyp.
- Standard gilt für alle Gebäude.
- Ein Gebäudetyp (Kirche, Kirche mit Orgel, Gemeindesaal, Bürohaus, Kita/Schule, Archiv/Depot) überschreibt den Standard.
- Ein leeres Feld bedeutet: auf dieser Seite gibt es keine Grenze.
Woher die vorbelegten Werte stammen
Die Werte sind Orientierungswerte mit Quelle – keine Vorschriften. Die Quelle steht je Bereich über der Tabelle, und mit „Orientierungswerte laden“ holen Sie sie jederzeit zurück:
- CO₂: Umweltbundesamt / ASR A3.6 – bis 1000 ppm gut, 1000–2000 ppm auffällig (lüften), über 2000 ppm inakzeptabel. Kita/Schule: Leitwert 1000 ppm, ab 1500 ppm kritisch.
- Büro: ASR A3.5 (mindestens 20 °C, ab 26 °C Maßnahmen), Luftfeuchte 40–60 % (DIN EN 16798-1).
- Kirche / Kirche mit Orgel: kirchliche Raumklima-Empfehlungen (Landeskirchen, Denkmalpflege, VDI 3817) und Orgelbau-Praxis – Grundtemperatur 5–8 °C, bei Nutzung nicht über 15–18 °C, Aufheizen höchstens 1–2 K je Stunde, Luftfeuchte 45–70 %, nie unter 40 %.
- Archiv / Depot: DIN ISO 11799, DIN EN 16893 – 14–18 °C, Luftfeuchte 35–50 %.
- Taupunkt-Abstand: unter 3 K Warnung, unter 1,5 K kritisch (Kondensat an kalten Oberflächen).
- Temperaturänderung: Kirche 1,5 K/h, Orgel und Archiv 1 K/h als Warngrenze.
Welche Werte für Ihr Gebäude richtig sind, hängt von Nutzung, Bausubstanz und Ausstattung ab – bei Orgeln lohnt die Rücksprache mit dem Orgelbauer, bei Denkmälern mit der Denkmalpflege.
Änderungen wirken beim nächsten eingehenden Messwert.
#Downloads – fertiges Skript je Sensor
Unter Downloads finden Sie für jeden Sensor ein fertiges Programm mit seinem eigenen Schlüssel:
- Sketch (.ino) – für Arduino/ESP32, direkt übertragbar.
- Test (curl) – ein Befehl für die Kommandozeile, um die Verbindung zu prüfen.
So müssen Sie nichts von Hand zusammensetzen: herunterladen, WLAN-Zugang eintragen, auf den Sensor spielen.
#Sensoren anbinden
Es gibt zwei Wege. Beide nutzen den Geräte-Schlüssel aus Sensoren.
Weg 1: HTTP (der einfachste Einstieg)
Der Sensor sendet seine Werte als JSON an den Ingest-Endpunkt:
`` https://karl-klima.somalu.eu/ingest.php ``
Die Adresse ist für alle Kunden gleich – die Zuordnung erfolgt ausschließlich über den Geräte-Schlüssel.
Test von der Kommandozeile:
`` curl -X POST https://karl-klima.somalu.eu/ingest.php \ -H 'Content-Type: application/json' \ -d '{"device_key":"kk_…","readings":[{"metric":"temp","value":19.4},{"metric":"humidity","value":58},{"metric":"co2","value":720}]}' ``
Mögliche Messgrößen: temp (°C), humidity (% rH), co2 (ppm). Optional dürfen Sie je Wert einen Zeitstempel ts mitschicken (Unix oder ISO). Wer es besonders sicher mag, sendet zusätzlich den Kopfzeilen-Eintrag X-Klima-Signature mit einer HMAC-SHA256-Signatur des Inhalts, gebildet mit dem Geräte-Schlüssel.
Weg 2: Arduino / ESP32
Den passenden Sketch laden Sie unter Downloads je Sensor herunter. Er enthält den Schlüssel bereits. Sie tragen nur noch WLAN-Name und WLAN-Passwort ein und ergänzen das Auslesen Ihres Sensors (zum Beispiel SCD41 für CO₂, Temperatur und Feuchte oder BME280).
Benötigte Bibliotheken: WiFi, HTTPClient, ArduinoJson.
◐ Senden Sie nicht öfter als nötig – alle fünf Minuten reicht für Raumklima vollkommen und schont Akku und Netz.
Weg 3: MQTT über einen Broker
Der Sensor veröffentlicht auf dem Thema karl-klima/<geräte-schlüssel> eine JSON-Nutzlast – entweder {"readings":[…]} oder ein einzelner Wert wie {"metric":"co2","value":720}. Eine mitgelieferte Brücke abonniert den Broker und übergibt die Werte an denselben Ingest.
Voraussetzung ist ein eigener MQTT-Broker (zum Beispiel Mosquitto), der in der Anwendungskonfiguration hinterlegt und als Dauerdienst betrieben wird. Ohne Broker bleibt dieser Weg inaktiv; der HTTP-Weg funktioniert unabhängig davon.
#Demo-Daten zum Ausprobieren
Verwalter finden auf dem Dashboard die Schaltfläche Demo-Daten erzeugen: fünf Gebäude mit rund sechs Monaten Verlauf. Die Demo lässt sich deaktivieren (ausblenden, ohne zu löschen) und jederzeit endgültig löschen. Ihre echten Sensoren bleiben davon unberührt.
#Wer darf was
- Leser – Dashboard, Gebäude und Alarme ansehen.
- Bearbeiter – zusätzlich Sensoren anlegen, Grenzwerte pflegen, Downloads nutzen.
- Administrator – zusätzlich die Einstellungen der eigenen Firma.
Welche Rolle jemand hat, legt die Verwaltung Ihrer Firma zentral in Karl-SSO unter Rechte fest.
#Wenn etwas nicht stimmt
- Ein Sensor erscheint als „offline" – Stromversorgung und WLAN prüfen; danach meldet er sich von selbst wieder.
- Es kommen keine Messwerte an – den Testbefehl aus Downloads ausführen. Kommt dort eine Bestätigung, liegt es am Sensor, nicht an Karl-Klima.
- Werte sind gelb oder rot, obwohl alles in Ordnung ist – die Grenzwerte passen vermutlich nicht zum Gebäudetyp. Unter Grenzwerte anpassen.
- Ein Sensor ist verloren gegangen oder wurde ersetzt – den alten Sensor löschen und einen neuen anlegen; der alte Schlüssel wird damit ungültig.