Karl-Most – Handbuch
Willkommen bei Karl-Most. Mit dieser Anwendung führen Sie einen kompletten Presstag Ihrer mobilen Mosterei – von der Anlieferung über die Presse und die Abfüllung bis zur Kasse. Jede Anlieferung wird zu einem Auftrag, der von Station zu Station wandert. Alle Tablets sehen denselben Auftrag: keine Zettel, kein Zuruf über den Hof.
#Anmelden
- Öffnen Sie die Anwendung im Browser.
- Melden Sie sich mit Ihrem gewohnten Zugang an (zentrale Anmeldung über Karl-SSO).
- Nach dem Anmelden landen Sie auf der Presstag-Übersicht.
Die Tablets an den Stationen brauchen kein Passwort: Sie öffnen einmalig den Stations-Link, danach startet das Gerät immer direkt in seiner Rolle.
#Einmal einrichten
Gebinde und Obstsorten
Unter Gebinde & Obst legen Sie fest, was die Kundschaft im Anmeldeformular auswählen kann: Ihre Gebinde (Bag-in-Box 3/5/10 Liter, Flaschen …) mit Größe und Preis sowie Ihre Obstsorten. Deaktivierte Einträge verschwinden aus dem Formular, bleiben aber in alten Aufträgen erhalten.
Preise
Unter Einstellungen wählen Sie, ob nach Kilo angeliefertem Obst oder nach Liter ausgebrachtem Saft abgerechnet wird, und tragen den Preis ein. Dazu kommt die Zahl Ihrer Presslinien – arbeiten Sie mit zwei Pressen, tragen Sie hier 2 ein.
Stationen
Unter Stationen legen Sie für jedes Tablet einen Eintrag an: Annahme, Presse (mit Liniennummer), Abfüllung/Ausgabe, Trester oder Kasse. Jede Station bekommt einen eigenen Link mit QR-Code. Öffnen Sie ihn einmal auf dem Tablet und legen Sie ihn auf den Startbildschirm – fertig.
Die Art „Alle Stationen (Springer)" ist für Tablets gedacht, die überall aushelfen: Sie landen auf einer Übersicht mit dem Stand des Presstags und wählen dort mit einem Tipp die Station. Fest eingerichtete Tablets starten direkt in ihrer Rolle und kommen über Übersicht oben rechts auf dieselbe Seite zurück – angeboten wird ihnen dort nur ihre eigene Station.
◐ Behandeln Sie diese Links wie einen Schlüssel: Wer ihn hat, bedient diese Station. Ist ein Tablet abhandengekommen, erzeugen Sie mit „Link erneuern" einen neuen; der alte funktioniert sofort nicht mehr.
Stationen archivieren und löschen
Wird ein Tablet nicht mehr gebraucht, archivieren Sie die Station: Der Link ist ab diesem Moment ungültig, der Eintrag bleibt aber im Archiv stehen. Von dort holen Sie ihn mit Wiederherstellen zurück – die Station bekommt dabei einen frischen Link, der alte bleibt für immer tot. Wer eine Station endgültig loswerden will, löscht sie aus dem Archiv heraus; das lässt sich nicht rückgängig machen. Der Umweg über das Archiv ist Absicht: Ein versehentliches Löschen soll den Presstag nicht lahmlegen.
Presstag anlegen und starten
Karl-Most legt nie von selbst einen Presstag an – Sie bestimmen, wann es losgeht. Unter Presstage tragen Sie Bezeichnung, Ort und Datum ein und legen den Tag an. Er steht dann auf geplant. Mit ▶ Starten wird er zum laufenden Presstag: Ab diesem Moment arbeiten Annahme, Presse, Ausgabe, Trester und Kasse auf ihm. Solange keiner gestartet ist, sagen die Stationsbildschirme das freundlich und tun nichts.
Es kann immer nur ein Presstag laufen. Wollen Sie zum nächsten wechseln, beenden Sie den laufenden mit ■ Beenden.
Ein geplanter Presstag nimmt bereits Vorab-Anmeldungen entgegen – Sie können den QR also Tage vorher aushängen, ohne dass der Tag schon läuft.
Jeder Presstag bekommt zwei öffentliche Links:
- Anmeldung – der QR-Code fürs Plakat, den Gemeindebrief oder Ihre Website. Die Kundschaft meldet damit ihre Anlieferung schon von zu Hause an.
- Live-Board – die Anzeige für den zweiten Bildschirm oder Beamer vor Ort.
Presstage archivieren
Alte Presstage archivieren Sie – dann verschwinden sie aus der Liste und ihre beiden öffentlichen Links sind sofort tot, damit niemand sich versehentlich noch für einen vergangenen Termin anmeldet. Im Archiv holen Sie einen Presstag jederzeit zurück. Endgültig löschen geht nur bei Presstagen ohne Aufträge: Sobald daran Aufträge, Belege oder Bewertungen hängen, bliebe sonst Ihre Statistik unvollständig – solche Tage lassen sich nur archivieren.
#Der Presstag
1. Annahme
Wer sich vorab angemeldet hat, steht oben in der Liste – ein Tipp auf Annehmen genügt. Laufkundschaft erfassen Sie direkt am Tablet: Name und Anschrift, die Obstsorten mit Kilo und die gewünschten Gebinde.
Ganz ohne Gerät am Eingang: Hängen Sie den Anmelde-QR des Presstags aus. Jede Kundin und jeder Kunde scannt ihn mit dem eigenen Handy, trägt die Anlieferung ein und bekommt die Auftragsnummer aufs Display – ein Aushang genügt für alle. Schalten Sie dazu unter Einstellungen → Wareneingang per QR-Aushang die Option „Handy-Anmeldungen direkt in die Warteschlange der Presse" ein: Dann muss niemand mehr bestätigen, die Anlieferung steht sofort bei der Presse, und der Bediener nimmt sie mit START an. Das Annahme-Tablet können Sie dann weglassen.
⚖ Wenn Sie nach Kilo abrechnen, beachten Sie das: Die Kilo aus einer Selbst-Anmeldung sind die Schätzung des Kunden. Wiegen Sie vor Ort, tragen Sie die echte Menge nach – siehe unten. Wer nach Litern abrechnet, hat das Problem nicht: Die Liter misst die Ausgabe ohnehin.
Bringt jemand mehrere Sorten mit, fragt das Formular, ob gemischt werden soll und in welchem Verhältnis – zum Beispiel Apfel 70 %, Birne 30 %. Die Anteile müssen zusammen 100 % ergeben, sonst weist Karl-Most die Eingabe zurück. Ohne Haken wird jede Sorte getrennt gepresst.
Die Abfüllung schlägt Karl-Most gleich mit vor. Sobald Sie die Kilo eintragen, erscheint über den Gebinden ein Hinweis wie „Aus 380 kg werden voraussichtlich rund 258 Liter. Vorschlag: 26 × Bag-in-Box 10 L" – und die Felder sind bereits ausgefüllt. Sie können jede Zahl überschreiben; sobald Sie das tun, hält sich Karl-Most zurück und rechnet nicht mehr dazwischen. Mit Vorschlag übernehmen holen Sie ihn wieder zurück.
Gerechnet wird mit Ihrer eigenen Ausbeute: Sobald fünf Aufträge mit erfasster Litermenge vorliegen, nimmt Karl-Most den Durchschnitt aus Ihren echten Presstagen. Vorher gilt der Erfahrungswert aus den Einstellungen (voreingestellt 68 %). Dort legen Sie auch fest, welches Standard-Gebinde der Vorschlag bevorzugt. Der Vorschlag nutzt höchstens zwei Größen und rundet auf – lieber ein Gebinde zu viel als eines zu wenig.
◐ Alle Stationsbildschirme halten sich selbst aktuell: Sobald eine andere Station den Auftrag weiterbewegt – Liter erfasst, Beleg gedruckt, Turm gewechselt – aktualisiert sich das Tablet von allein. Nur während jemand gerade etwas eintippt, wartet es damit.
2. Presse
Am Presse-Tablet stehen die wartenden Aufträge. Kunden auswählen, START drücken – fertig. Ist die Presse durch, drücken Sie Presslauf beenden; der Auftrag geht in die Abfüllung.
⚖ Kilo nachtragen: Neben jedem wartenden Auftrag steht ⚖ Kilo. Ein Tipp darauf öffnet je Obstsorte ein Feld mit der bisherigen Menge – tragen Sie das Waagegewicht ein und übernehmen Sie es. Die Gesamtmenge und der spätere Betrag rechnen sich sofort neu. Bei Aufträgen aus der Selbst-Anmeldung steht ausdrücklich dabei, dass die Zahl vom Kunden stammt.
◐ Je Presslinie läuft immer nur ein Auftrag. Ein zweiter Start wird abgewiesen, solange der erste läuft – so kann sich der Saft zweier Kundinnen nie vermischen.
3. Abfüllung / Ausgabe
Sobald an der Presse gestartet wird, erscheint auf dem Ausgabe-Tablet eine große rote Meldung mit Signalton: „Neuer Kunde – jetzt kommt anderer Saft", samt Name, Sorten, Mischungsverhältnis und den gewünschten Gebinden. Bestätigen Sie sie, sobald Sie umgestellt haben.
Ist der Auftrag durchgelaufen, tragen Sie die ausgebrachten Liter ein. Karl-Most rechnet daraus sofort die Ausbeute aus – Liter je Kilo, die wichtigste Kennzahl Ihrer Mosterei.
4. Trester
Am Trester steht ein einziger großer Knopf: „Turm fertig – nächsten beginnen". Damit wird der laufende Turm geschlossen und sofort der nächste geöffnet. Weil Karl-Most weiß, welche Aufträge in welchen Turm gelaufen sind, sehen Sie später Pressungen, Kilo und Ausbeute je Turm.
5. Kasse
Fertige Aufträge erscheinen automatisch an der Kasse, mit fertiger Rechnung aus Lohnmosten und Gebinden. Rechnen Sie nach Kilo ab, steht hier noch einmal ⚖ Kilo prüfen – die letzte Gelegenheit, das Waagegewicht zu korrigieren, bevor abgerechnet wird. Danach Zahlart wählen, bei Bedarf einen Rabatt eintragen und Beleg & Bon drucken.
◐ Sobald der Beleg gedruckt ist, sind die Kilo gesperrt – sonst würde die Rechnung nicht mehr zum Bon in der Hand des Kunden passen. Muss doch etwas geändert werden: Beleg stornieren, Kilo korrigieren, neu abrechnen. Der Bon ist auf 80 mm ausgelegt und lässt sich auf jedem angeschlossenen Drucker ausgeben.
Ein versehentlich erzeugter Beleg lässt sich stornieren – der Auftrag geht dann zurück auf „fertig".
#Der QR-Code auf dem Bon
Auf jedem Bon steht ein QR-Code. Wer ihn scannt, sieht ausschließlich seinen eigenen Auftrag – Sorten, Mischung, Liter und Ausbeute – und kann genau diesen Saft mit Sternen und einem Kommentar bewerten. Fremde Aufträge sind darüber nicht erreichbar, weil hinter dem QR ein Zufallsschlüssel steckt, der an genau einen Auftrag gebunden ist.
Dieselbe Seite dient der Kundschaft schon vorher als Statusseite: „Ihr Saft ist noch in Arbeit" beziehungsweise „fertig".
◐ Eine Bewertung lässt sich nur einmal abgeben und danach nicht mehr ändern – sonst wäre der Durchschnitt je Sorte nachträglich verschiebbar. Die Kundschaft wird vor dem Abschicken darauf hingewiesen; anschließend zeigt die Seite die abgegebene Bewertung nur noch an.
Unter Bewertungen sehen Sie alle Rückmeldungen, den Durchschnitt und die Ø-Sterne je Obstsorte.
#Statistik
Unter Statistik werten Sie einen frei wählbaren Zeitraum aus: Aufträge, Kundschaft, Kilo, Liter, Ausbeute in Prozent, Trestertürme, durchschnittliche Durchlaufzeit von der Annahme bis zur Abfüllung und die Ø-Bewertung. Dazu die Aufschlüsselung nach Obstsorten, der Gebinde-Verbrauch – die Grundlage für den Einkauf zur nächsten Saison – und die Kassenübersicht je Zahlart. Jeder Block lässt sich als CSV herunterladen.
#Testmodus – einen Presstag proben
Vor der Saison, beim Einlernen neuer Aushilfen und nach jedem Update lohnt sich eine Trockenübung. Schalten Sie unter Einstellungen den Testmodus ein:
- Alle Bildschirme tragen einen deutlichen Balken „TESTMODUS".
- Bons werden mit „TESTBELEG – keine Zahlung" gedruckt.
- Es gehen keine Nachrichten an Kundschaft heraus.
- Umsätze und Mengen bleiben aus Tagesabschluss und Statistik heraus.
Mit „Testtag erzeugen" füllt Karl-Most auf Knopfdruck einen kompletten Übungs-Presstag mit Kundschaft, Aufträgen, Mischungen, Presszeiten, Trestertürmen, Belegen und Bewertungen. „Testdaten löschen" entfernt anschließend alles restlos – Ihre echten Daten bleiben unberührt.
◐ Vergessen Sie nicht, den Testmodus vor dem echten Presstag wieder auszuschalten. Solange er aktiv ist, zählt nichts.
#Datenschutz
- Name und Anschrift werden nur zur Abwicklung gespeichert und nach der eingestellten Aufbewahrungsfrist (Standard 24 Monate) automatisch anonymisiert. Aufträge und Statistik bleiben erhalten, der Personenbezug fällt weg.
- Das Live-Board hängt im öffentlichen Raum und zeigt deshalb nur Auftragsnummern, keine Namen.
- Die Bewertungsseite speichert nur Sterne und Kommentar – keine IP-Adresse, kein Konto.
- Jede Mosterei ist ein eigener Mandant und sieht ausschließlich ihre eigenen Daten.
#Wenn das Netz wackelt
Am Einsatzort hängen die Tablets an einem mobilen LTE-Router. Fällt die Verbindung kurz aus, drücken Sie den Knopf einfach noch einmal, sobald wieder Netz da ist. Ein doppelter Auftrag kann dabei nicht entstehen: Die Presse lässt keinen zweiten Start auf derselben Linie zu, und je Auftrag gibt es nur einen gültigen Beleg.
#Kasse und Kassenrecht
Karl-Most erzeugt Auftrags- und Lieferbelege mit Bon-Druck. Es ist bewusst keine fiskalisierte elektronische Kasse im Sinne der Kassensicherungsverordnung (keine TSE) – die steuerliche Bar-Aufzeichnung läuft weiterhin über Ihre vorhandene Kasse mit TSE beziehungsweise Ihre offene Ladenkasse. Der Bon weist darauf hin.